Pressemitteilung vom 26.04.2017

Vertreterversammlung - Bei der Volksbank Staufen denkt keiner an Fusionen

Bei der Vertreterversammlung der Volksbank Staufen herrschte eitel Sonnenschein. Schließlich war ein Rekordergebnis mit 7,5 Millionen Jahresüberschuss und sieben Prozent Dividende auf die Geschäftsguthaben abzusegnen.

STAUFEN. Auch wenn das nasskalte Wetter vor den Toren der Belchenhalle nicht mitspielte, drinnen herrschte eitel Sonnenschein. Geladen hatte die Volksbank Staufen die gewählten Vertreter der rund 12 000 Mitglieder der Genossenschaftsbank. Und die knapp 300 Interessenwalter, die die große Halle in Staufen gut füllten, bestätigten angesichts des neuerlichen Rekordergebnisses den Kurs des Vorstandes nur allzu gern. Schließlich waren bei 7,5 Millionen Jahresüberschuss auch wieder sieben Prozent Dividende auf die Geschäftsguthaben abzusegnen.

Doch nicht nur wegen der in Zeiten von Finanz- und Zinskrise erstaunlichen Erfolgszahlen des Geschäftsjahres 2016, die Vorstandsvorsitzender Erhard Stoll mit einer Bilanzsumme von 745 Millionen Euro, dem Betriebsergebnis von fast 18 Millionen Euro und einem Eigenkapital von nun über 120 Millionen Euro vermelden konnte, war es eine denkwürdige Vertreterversammlung. Es galt Abschied zu nehmen von den langjährigen Aufsichtsräten Helmut Zimmermann und Felix Ruch.

Zimmermann, bis zum Ende des Abends Vorsitzender des Gremiums und gewohnt umsichtiger Versammlungsleiter, war seit 1996 im Aufsichtsrat und wurde von Erhard Stoll als "verlässlicher Gesprächspartner mit hohem Sachverstand und Urteilsvermögen" gewürdigt.


Ruch war seit 2005 Aufsichtsrat. Seine Kompetenz als Architekt habe man nicht nur für die Beurteilung von Immobiliengeschäften stets geschätzt, so Stoll, sondern auch ganz praktisch beim Bau des neuen Verwaltungsgebäudes und dem Umbau des Schlosscafés in Bad Krozingen zur schmucken Volksbankfiliale.

Neu gewählt wurden als Aufsichtsräte der Staufener Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Michael Bauer (45) sowie der Bad Krozinger Gärtnermeister Axel Fautz (51). Turnusgemäß wiedergewählt werden musste die Wettelbrunner Anwältin Inken Dengler, so dass das nun achtköpfige Gremium nach dem freiwilligen Ausscheiden von Werner Willmann nun neben Bauer, Dengler und Fautz noch Christel Geiger, Karl-Wilhelm Gutmann, Otmar Gutmann, Klaus Natterer und Christiane Urspruch-Gaspar umfasst.

Ebenso einstimmig wie die Wahlen erfolgte im höchsten Beschlussgremium der Genossenschaft auch die Verabschiedung des Jahresabschlusses. Dessen Prüfung in allen Gremien habe einwandfreie Ergebnisse erbracht, so Aufsichtsratsvorsitzender Zimmermann zuvor bei der Vorstellung des Zahlenwerkes. Das Testat habe ergeben, dass man deutlich über den Verbandsvergleichswerten liege.

Vorstandsvorsitzender Stoll bekräftigte in seiner Rede die werteorientierte Geschäftspolitik, die darauf abziele, die Kunden optimal auf deren Bedürfnisse hin zu beraten, und dies möglichst im direkten Kontakt. Deshalb denke man weder an Minuszinsen noch an Filialschließungen oder Personalabbau. Angesichts des Gewinns, der es möglich gemacht habe, 5,4 Millionen Euro Steuern zu zahlen, von denen die Hälfte den Kommunen zugutekomme, sehe man auch keinerlei Notwendigkeiten zu Fusionen mit anderen Instituten, wie sie derzeit in der Nachbarschaft diskutiert würden.

Darüber freute sich auch Staufens Bürgermeister Michael Benitz, der zu dem "herausragenden Ergebnis mit der besonderen Geschäftsphilosophie" gratulierte. "Ohne die Volksbank und deren Steuerzahlungen wäre vieles in der Stadt nicht möglich", so Benitz. Aus der Position der Stärke heraus sehe auch er keinen Anlass für Fusionen. Er freue sich, so Benitz mit Blick auf die Bürgerstiftung der Volksbank, dass man nicht auf den letzten Euro Gewinn schaue, sondern auch an den gesellschaftlichen Zusammenhalt denke, denn "wir haben alle was davon, wenn das Geld vor Ort bleibt", so Benitz.

Artikel aus der gedruckten Badischen Zeitung zu diesem Thema: An Fusionen denkt keiner
von: Hans-Peter Müller